Bericht KA 2005/1

 

Home
Archiv
Karlsruhe 2005/1
Bericht KA 2005/1

 

über die DGKPha Veranstaltungen Archiv Kontakt

 

Bericht vom Kommunikationsseminar "(schwierige) Gespräche mit Ärzten und Pflegepersonal"

Am 09.07.05 fand am Städtischen Klinikum Karlsruhe das gemeinsam von der DGKPha und der LAK Baden-Württemberg durchgeführte Seminar "(schwierige) Gespräche mit Ärzten und Pflegepersonal" statt. Referentin war Eva Neumann vom Forum für kommunikatives Handeln in Schorndorf. Ziel des Seminars war es, die kommunikativen Fähigkeiten der Teilnehmer zu verbessern.

Die Teilnehmer waren im Vorfeld der Veranstaltung gebeten worden, der Referentin Beispiele für problematische Gesprächssituationen zu nenen. Daraus wurden drei Beispielsituationen für das Seminar ausgewählt:

1. Medizinisches Personal bzw. Pflegepersonal von neuen Standards überzeugen.

2. Gespräch über das Umsetzen eines von der Station gewünschten Medikaments.

3. Frei wählbare Gesprächssituation mit aggressivem Unterton.

Mit scheinbar locker eingestreuten Informationen und Übungen zum Thema Kommunikation wie beispielsweise das Erkennen der 4 Seiten einer Nachricht (Sachinhalt, Appell, Beziehungsbotschaft und Selbstmitteilung) wurden die Rollenspiele vorbereitet.

Im ersten Beispiel sollte ein Chefarzt der Chirurgie überzeugt werden, die Einführung eines neuen Standards zur Wundversorgung zu unterstützen. Anschließend wurde das Gespräch von der Referentin und den Seminarteilnehmern analysiert und Tipps für einen verbesserten Gesprächsverlauf gegeben.

Statt des zweiten Rollenspieles wurde eine Übung in Dreiergruppen durchgeführt. Zwei Gesprächspartner führten unter Beobachtung eines dritten "Schiedsrichters" einen kontroversen Dialog, der zunächst nur als wechselseitiger Abtausch von Argumenten geführt wurde. Der Dialog wurde wiederholt, allerdings mit zwei neuen Regeln. Bevor das eigene Argument angebracht werden konnte, musste man erst das Argument des Dialogpartners wiedergeben. Erst nachdem dieser bestätigt hatte, dass er sich korrekt wiedergegeben fühlt, konnte man weiter diskutieren. Dies hatte verblüffende Effekte: Es zeigte sich, dass die Position des Gegenübers im Eifer des Gefechts häufig nicht exakt genug wahrgenommen wurde. Die Wiederholung der Aussagen des Gesprächspartners führte zu einer sachlicheren und ruhigeren Diskussion.

Nach der Mittagspause war mit Hilfe einer pfiffigen Auflockerungsübung die Aufnahmefähigkeit der Teilnehmer rasch wiederhergestellt. Das dritte Rollenspiel, zeigte den Versuch, einer unter Zeitdruck stehenden, genervten Pflegekraft das Resultat einer Stationsbegehung nahezubringen, um sie dann das Begehungsprotokoll unterzeichnen zu lassen. Auch die Analyse dieses Rollenspiels wurde von der Referentin mit reichlich Information gespickt. Nach der Vorstellung von Literatur zur weiteren Vertiefung des Themas wurde die verbliebene Zeit noch für Fragen der Teilnehmer zu weiteren beruflichen Kommunikations-Situationen genutzt, die Frau Neumann kompetent und praxisorientiert beantwortete.

Die Auswertung der Feedbackbögen ergab neben viel Lob für Ablauf, Inhalt und Didaktik die Anregung, ein Folgeseminar, in dem das Thema weiter vertieft wird, oder einen Workshop zum Thema Moderation anzubieten.

Bernhard Schmid, Gertrud Decker

Seitenanfang blue011_up.gif

[Home] [über die DGKPha] [Veranstaltungen] [Archiv] [Kontakt]

Copyright (c) Bernhard Schmid
mail@dgkpha.de